Archive für Februar 2010

Zeichner-Tipp: Schneckenpost als juristischer Helfer

Paragrafen-Schneck
Das Problem: Ich habe eine tolle Cartoon-Idee, also lege ich los und zeichne, was das Zeug hält. Und nun ins Netz mit diesem unsterblichen Werk! - Zu bedenken ist jedoch: Was kann ich tun, damit niemand die Idee stiehlt und mit meinem geistigen Eigentum viel Geld verdient?
Dann stehe ich nämlich im Regen, es sei denn, ich kann nachweisen, dass ich die Gag-Idee als erster hatte…

Lösung Nr. 1: Ein Gang zum Notar, bevor ich die Perlen ins Netz lasse. - Hieb- und stichfest, aber auch nicht ganz billig.

Lösung Nr. 2: Man druckt die Grafiken aus und schreibt sich selber einen Brief! Wenn ich einen solchen Brief vor Gericht präsentiere, gilt der Poststempel als Datumsnachweis! Wichtig ist, dass nachträgliche Manipulationen so gut wie ausgeschlossen sind. Ich verwende einen guten, alten Briefumschlag mit geleimtem Verschluss. - Einfach und günstig!

Dankeschön für diesen Tipp an den Pianisten Jo Stein! Der hat mir nämlich zwischen den Jahren erzählt, dass Musiker genau so mit Noten und CDs ihrer Musik vorgehen. Und ich mache es seit Anfang des Jahres ebenfalls, z.B. mit den Grafiken dieses Blogs ;) .


Baumsterben in Hamburg…

… aber nicht durch sauren Regen sondern von Menschenhand!
Zuerst veröffentlicht im W.I.R.-Februar_2010

Auf Wilhelmsburg, der größten Flussinsel Europas, dem Hamburger Stadtteil, wo auch mein Zeichneratelier liegt, sollen sehr bald über 2000 Bäume fallen. Für wen?

Für die Internationale Bauaustellung, die gerne über nachhaltige Stadtentwicklung u.ä. Themen doziert.
Und für die Bundesgartenschau, die aus Willhelmsburg Hamburgs “Grüne Mitte” werden lassen soll…

Alles ziemlich trübsinnige Realsatire - in einer Stadt in der die Grünen mit in Regierungsverantwortung sind…

Er fährt und fährt: Der Mitternachtsbus!

mitternachtsbus

Als Hinz&Kunzt-Zeichner wurde ich 1996 angesprochen, bei einem neuen Projekt für obdachlose Menschen mitzuwirken: Der Mitternachtsbus sollte Obdachlosen Essen, warme Getränke und warme Decken bringen.
Ziemlich schnell hatte ich den Slogan “Ein Lichtblick in der kalten Stadt” im Kopf. Rund um diesen Kernsatz gestaltete ich den Transporter, wie Comiczeichner es nun mal tun: mit mehreren kleinen Bildchen.
erste-skizze.jpg

Auf einer ersten Skizze findet sich noch Ollie Kunz aus meiner Serie “Hamburg City-Blues” (Hinz&Kunzt 1-100) als Bus-Maskottchen. Der Auftraggeber, das Diakonische Werk Hamburg, wollte aber gerne eine andere, eigene Figur. So wurde aus dem Hund Ollie der Mensch Paul. (Die typische Dockarbeitermütze plus Wollpulli in Lila rettete ich aber in den zweiten Entwurf herüber.)
Mein Design scheint sich bewährt zu haben - der Hamburger Bus fährt noch heute: Hier ein aktueller Bericht. Und ein zweiter Bus in gleicher Ausstattung fährt in St. Petersburg.

Mitternachtsbus-Maskottchen “Paul”

rufzeichen.jpgDie Situation obdachloser Menschen ist schlimm, besonders aber in einem Winter wie diesem. Vielleicht sind Sie in der Lage etwas zu spenden? Hier.


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